sdfsdf
sdfsdf

Leitartikel

Vorwort März – April 2019

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein. (1. Samuel 7,3)

 

Dieser Ruf zur Umkehr wird im 1. Buch Samuel in einen ganz bestimmten Zusammenhang gestellt. Die Bundeslade, durch die Gottes Gegenwart in seinem Volk sichtbar gemacht wird, wird auf einem Hügel aufgestellt und bewacht. Aber dieses Zeichen der Gegenwart Gottes stellt das Volk nicht zufrieden. Obwohl er da ist, fühlen sie sich nicht wohl.

 

1Samuel 7,2 Und das ganze Haus Israel wehklagte hinter dem HERRN her. 3 Da sprach Samuel zu dem ganzen Haus Israel: Wenn ihr mit eurem ganzen Herzen zu dem HERRN umkehren wollt, dann tut die fremden Götter und die Astarot aus eurer Mitte weg! Und richtet euer Herz auf den HERRN und dient ihm allein!

 

Hier wird deutlich, dass das Volk Israel von Gott Hilfe erwartet. Aber eben nur halbherzig. Ja, sie glauben an Gott. Aber offenbar reicht ihnen das nicht aus. Sie werden zu einer Rückkehr zu ihm mit ganzem Herzen aufgefordert, und das soll auch ganz praktisch werden: „entfernt die fremden Götter aus eurer Mitte und die Astarten und richtet eure Herzen auf den HERRN und dient ihm allein“. Im hebräischen Text werden die Götter, die sie neben dem wahren Gott anbeteten, namentlich benannt: Die Baalim ist eine Bezeichnung für verschiedene Gottheiten der Kanaaniter, die Astarten sind Fruchtbarkeitsgöttinnen, ebenfalls in der kanaanitischen Religion. Astarte wurde noch im 6. Jahrhundert n.Chr. auf der arabischen Halbinsel verehrt und war eine der drei Göttinnen, deren Statuen vor der Machtergreifung des Islam in dem Heiligtum „Kaaba“ in Mekka standen. 1 Das
Gottesvolk hat sich weit geöffnet für die Göttinnen und Götter, an welche die Menschen um sie herum glauben. Samuel fordert sie auf, nicht mit Halbheiten zu leben. Wenn ihr Gott vertraut, dann vertraut ihm ganz!

 

Wenn Jesus sagt: „Ihr könnt nicht Gott dienen und zugleich dem Mammon 2 “, dann wird klar, dass nicht nur Gottheiten, die wir neben Gott stellen, sondern alles, was uns beherrscht, zum Götzen werden kann. Was ist mir wirklich wichtig? Natürlich brauchen wir Geld. Natürlich müssen wir essen und trinken, brauchen wir ein Dach über dem Kopf. Aber wenn sich unser ganzes Leben nur noch darum dreht, zu unserem Lebensinhalt wird, dann leben wir am wirklichen Leben, das Gott uns
schenken will, vorbei. Ich war tief beeindruckt, als mir eine Frau, die aus einem orientalischen Land geflüchtet ist, kürzlich sagte: „Hier haben wir nur sehr wenig Platz. Wir haben keine Küche in unserem Zimmer. Wir haben kaum Geld. Aber in unserer Heimat wären wir umgebracht worden, weil wir Christen sind. Ich bin Jesus so dankbar, dass wir hier sein dürfen!“ Diese Dankbarkeit haben wir als Bürger eines der reichsten Länder dieser Welt oft verlernt. Auch wenn Jesus in unserem Leben eine Rolle spielt – wie wichtig ist er uns wirklich? Haben wir unser Herz auf ihn ausgerichtet? Was – oder wer - bestimmt unser Alltagsleben, unsere Freizeit, unsere Beziehungen, unseren Umgang mit Besitz und Geld? Könnte es sein, dass wir auch Dinge, Verhaltensweisen und Denkweisen aus unserem Leben entfernen müssen und uns zu dem zuwenden sollten, der gesagt hat: „Ich aber bin  gekommen, um ihnen das Leben zu geben, Leben im Überfluss.“ (Johannesevangelium 10,10)

 

Jürgen Tibusek

 

1Bouman, Johan. Der Koran und die Juden. Die Geschichte einer Tragödie. Darmstadt:
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1990. S. 13.
2 Aramäischer Begriff für Geld/Besitz.

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34,15)

 

Frieden – das erschien, zumindest was unser Land angeht, Menschen meiner Generation und Menschen, die jünger sind als ich, als etwas ganz Normales.

Seit fast 74 Jahren leben wir in Deutschland, wenn auch über Jahrzehnte hinweg in einem geteilten Deutschland, „im Frieden“, nicht im Krieg.

 

Der Frieden, von dem hier im Psalm 34 die Rede ist, geht über einen im Gegensatz zum Krieg stehenden Frieden hinaus. Im hebräischen steht hier das Wort „Schalom“. Er steht für die Unversehrtheit von Menschen, für Erfüllung, „genug haben“. Ebenso hat das Wort die Bedeutung einer gegenseitigen Vereinbarung, also geklärter zwischenmenschlicher Beziehungen. Der Psalmist glaubt, dass Gott solche Beziehungen schenken kann:

 

Psalm 34,12 Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht des HERRN lehren. 13 Wer ist, der Leben begehrt und gerne gute Tage hätte? 14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. 15 Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!

 

Schalom ist nichts Machbares, Schalom kann man suchen und finden. Schalom ist Geschenk Gottes. Ehrfurcht vor Gott bedingt Frieden. Wer ihn ehrt, ist darum bemüht, in Wort und Tat Frieden zu leben, Frieden zu stiften. Das ist nicht so einfach. Der katholische Theologe Johann Baptist Metz, weltweit anerkannter Theologe und Begründer der "Neuen Politischen Theologie", stellte fest:
„Unser bürgerliches Christentum krankt an einem süßen Gift, am süßen Gift des nur geglaubten Glaubens, einer nur geglaubten Praxis der Nachfolge, einer nur geglaubten Liebe und Umkehr.“1 Friedensstifter können wir nur sein, wenn wir das, was wir glauben, auch leben. Wenn wir mit dem, an den wir glauben, leben. Durch ihn werden wir verändert, wenn wir seine Nachfolger sind, haben wir den Auftrag, Menschen Schalom zu bringen.

 

Fernando Enns, Leiter der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg sagt:

 

In Jesus Christus hat Gott gezeigt, wie er alle Menschen annimmt: in Liebe, die durch Vergebung befreit von aller Schuld, aber auch vor aller Selbstüberschätzung und Selbstüberforderung. Wie Jesus die Menschen annahm – meistens Menschen am Rande der Gesellschaft, Verpönte, Selbstgerechte, Arme, Hungrige, Ausländer, Männer und Frauen, ja sogar Feinde, so können auch wir uns gegenseitig annehmen – weil uns die Gewissheit der Liebe Gottes zu solch einem Leben befreit, die den Blick auf die Ängste und Nöte der Nächsten, auch der weit Entfernten, richten lässt. 2

 

Jürgen Tibusek

 

 

1 J.B. Metz: Jenseits bürgerlicher Religion, S.73
2 https://rogatekloster.wordpress.com/2015/05/01/funf-fragen-an-fernando-enns-professor-fur-friedenstheologie-unihh/

Gottesdienst

jeden Sonntag

10:30

 

Parkmöglichkeiten

in der nahen Umgebung

Hier finden Sie uns

Credogemeinde - Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Rhein-Ahr


Baumschulenweg 15
53424 Remagen-Kripp

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

 

+49 2642 42386

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Credo Gemeinde Rhein-Ahr